Vitamin B12 (Aufnahme durch Schwermetallbelastung gestört)

C L U S T E R K O P F S C H M E R Z E N - F O R U M

Geschrieben von viviane am 02. Juli 2001 10:45:58:

VITAMIN B 12 - Metalle behindern seinen Stoffwechsel!

Die Verwendung von relativ hohen Dosen von Vitamin B12, als methyl-cobalamin, bei der Behandlung von Fibromyalgia, Diabetes, Multiple Sklerose und durch Amalgam verursachte Krankheiten ist allmählich zunehmend. Dies seit dem Ende der 80er Jahre. Die Resultate sind bemerkenswert.

Das für die Blutbildung und schnell wachsende Gewebe unentbehrliche Vitamin B12 gibt es hauptsächlich in Fleisch und Milchprodukten. Ein gesunder Erwachsener braucht pro Tag etwa 5 "y"g Vitamin B12. Diese Menge enthält normalerweise die übliche Nahrung. Strenge Vegetarier können ihren Bedarf aus Algen und Bohnenkeimlingen decken.

Der Körper eines Erwachsenen enthält normalerweise etwa 5000-1000 mcg Vitamin B12, das vornehmlich in der Leber und im Nervensystem zu finden ist. Vom Zentralatom Kobalt stammt sein zweiter Name - Cobalamin.

Anämie

Vitamin B12 Mangel wird meistens mit Blutkrankheiten in Verbindung gebracht, mit Makrozytose und Perniziöser Anämie. Letztere war zur Zeit ihrer Entdeckung, 1855, in der Regel tödlich. Der Zusammenhang mit Cobalamin wurde erst nach der Darstellung von Vitamin B12 im Jahre 1948 anerkannt. (Schon 1926 wurde jedoch herausgefunden, dass rohe Leber, die sich später als besonders reich an Vitamin B12 erwies, Anämie sicher heilen konnte)

Ursachen und Symptome

Mangelzustände können durch zu geringe Vitamin B12 Aufnahme im Verdauungstrakt entstehen (Verdaungs-störungen), durch Mangel an Intrinsic-Faktor (eine unentbehrliche Transportsubstanz auf dem Weg ins Blut), durch Salzsäuremangel im Magensaft (zunehmend im Alter), durch Daueranwendung von Abführmitteln und Medikamenten wie Losec (gegen Ulcus pepticum), durch Aufnahmestörungen von B12 ins Zentrale Nervensystem oder Starken Vitamin B12-Abbau, Kalziumarme Kost kann, wie auch Schwermetalle, die Aufnahme herabsetzen.

Mangel an B12 wird von neurologischen und psychologischen Störungen, wie Koordinationsbeeinträchtigungen, Parästhesie, Gedächtnisverlust, abnormen Reflexen, Abgeschlagenheit, Muskelschwäche, Erschöpfung, Verwirrung, geringen Selbstvertrauen, Spastizität, Inkontinenz, Sehstörungen, Gangstörungen, häufigem Harndrang und psychologischen Abweichungen begleitet.


Nichtanämische Mängel

Kürzlich wurde entdeckt, dass Anämie bei neurologischen und psychologischen Störungen, wie durch B12 Mangel - nicht immer vorliegt. Bei Alzheimer und bei Verdacht auf Amalgamvergiftung wurde Vit. B12 Mangel im Zentralnervensystem festgestellt, ohne dass geringe Werte im Blut vorlagen.

Der Transport von B12 ins Gehirn kann von Schwermetallen, wie Quecksilber in anorganischen Verbindungen, gestört oder unterbrochen werden. Dabei wird die Blut-Hirn-Schranke undicht für unerwünschte Stoffe und der aktive Austausch für Nährstoffe wird behindert. Die bei Frauen in den Wehen verbreitete Lachgasanwendung verursacht im Gehirn des Kindes und manchmal in dem der Mutter mit niedrigen B12 Niveaus ähnliche Mangelzustände. Wenn es bei einer Operation bei einem Patient mit B12 Mangel andewendet wird, kann das Gas irreparable Schäden verursachen.

Nichtanämischer B12 Mangel spielt auch bei Krankheiten wie MS, Fibromyalgie, Diabetes und Chronischem Müdigkeits-syndrom eine Rolle. Schizophrenie, eine Art Psychose, wird mit B12 Injektionen in Verbindung mit anderen Zusätzen erfolgreich behandelt. Es scheint auch eine Verbindung zwischen Erkrankungen der Herzkranzgefässe und B12-Mangel zu bestehen.

Tests

Die gängige Testmethode für Vitamin B12 Mangel im ZNS ist die Suche nach erhöhtem Homozystein in der Gehirn-Rückenmark-flüssigkeit* (liquor cerebrospinalis). Die normalen Analysen von Blutserum oder Malonsäure sind kaum zu verwerten. Doch wenn der B12-Spiegel im Blut niedrig ist, kann man erwarten, dass im ZNS ein noch grösserer Mangel besteht. Wenn die Konzentration von Methylmalonsäure im Urin erhöht ist, während die B12-Werte im Blut normal sind, besteht auf Zellniveau wahrscheinlich ein B12-Mangel.

Die Liquor-Analysenmethode ist ziemlich umständlich aber nicht kostspielig. Eine spezielle Ausrüstung ist zwar nicht notwendig, doch im Uddevalla Hospital in Schweden hat man eine spezielle Analysenmethode entwickelt. Der Chefarzt Dr. Bo Nilsson nennt eine Messgenauigkeit von 1pmol/l** als wichtige Grundlage für den Test. Das Wesentliche ist das exakte Herausziehen der B12-Menge, ohne die Moleküle zu beschädigen. Die meisten Amalgampatienten verwenden eher die "trial-and-error-Methode" und beginnen die Therapie ohne vorangegangenen Test.

Hoch dosiert

Es wird angenommen, dass das Kobaltatom bei Anwesenheit von Schwermetallen von Co2 + zu Co3+ oxidiert wird (Denaturierung), während das Schwermetall reduziert wird. Die Eigenschaften des Kobalamins werden hypothetisch verändert und B12 hat seine biologischen Eigenschaften verloren (mit Lachgas tritt ein analoger Prozess ein). Wegen seiner molekulären Grösse hat B12 auch normalerweise Schwierigkeiten, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren.

Eine Vertreterin dieser Hypothese ist Dr. Britt Ahlrot-Westerlund in Stockholm. Hohe Dosen von B12 sind bei Anwesenheit von Schwermetallen in der Blut-Hirn-Schranke (genauer Plexus choroideus) zu empfehlen, weil dann mehr vermutlich verbraucht wird (aus uns unbekanntem Grund) und auch ein Teil des medikamentös angewendeten B12 höchst wahrscheinlich diesem Mehrverbrauch zufliesst, bevor der Rest das Gehirn erreicht, wo es eigentlich gebraucht wird.

Hg (Quecksilber) scheint die Wertigkeit und Bindungsstelle im Körper zu ändern, was eine erhöhte Bildung von freien Radikalen verursacht. Es ist möglich, dass die Veränderung der Hg-Wertigkeit in prooxidativer Richtung das Kobaltatom oxidiert. Laut Dr Ahlrot-Westerlund gibt es Grund anzunehmen, dass der Prozess der Hg Oxidation, die Oxidation Fe2+ in Hämoglobin zu Fe3+ in Methämoglobin (kann nicht Oxygen freisetzen), von aussen wirkende Substanzen, entspricht.

Um diese Theorie zu bestätigen, wird eine In-vitro Untersuchung (mit Elektronen-Spin-Resonanz), bei der Universität Stockholm, Abteilung für Biophysik, geplant.

Viele verschiedene Arten

Das aktive Vitamin gibt es in vielen verschiedenen Derivaten, wie Methyl-, Cyano-, Aquo- und Hydroxocobalamin. Sie werden im Körper frei ineinander umgewandelt. Im ZNS ist dagegen nur Methylcobalamin zu finden, welches die Methylgruppen (-CH3) von Proteinen im Myelin, das mit Fettsäuren die Nervenfasern umhüllt, schätzt und wie Kabel isoliert.

Bei B12-Mangel bilden sich schädliche Fettsäuren mit 15 bis 17 Kohlenstoffatomen, die auf das Myelin wirken und so eine Störung der elektrischen Nervenimpuls-leitung verursachen. Wenn genug B12 gegeben wird, kann das Myelin im Laufe der Zeit repariert werden.

Methylcobalamin

Von dem über den Mund aufgenommenen B12 wird normalerweise nur sehr wenig, ca. 1% aufgenommen, weshalb es oft intramuskulär gespritzt wird.

B12 kann man zwar in jeder seiner Formen geben, aber üblich sind Hydroxocobalamin oder manchmal Cyanocobalamin. Methylcobalamin wird in Südeuropa angewendet um Neuritis und Polyneuropathie zu behandeln. Auch von dem Schwedischen Verein der Quecksilberbeschädigten wird Methylcobalamin wärmstens empfohlen.

Dr. Ahlrot-Westerlund und einige andere schwedische Aerzte haben die Erfahrung gemacht, dass mit aktivem Methylcobalamin viel bessere Resultate erzielt werden, als mit den anderen, die im Körper erst noch umgewandelt werden müssen. Es kann sein, dass einige Patienten dazu kaum in der Lage sind. Man vermutet, das Methylcobalamingaben bei Anwesenheit von Quecksilber zur Bildung von Methylquecksilber führen können. Anorganische Quecksilberverbindungen binden sich unter Bildung von Methylquecksilber an die Methylgruppe des Methylcobalamins. Methylquecksilber ist aber nicht giftiger als anorganisches, und so scheint sich dieser Nachteil aufzuheben.


Konservierungsmittel

Methylcobalamin sollte als Trockensubstanz mit separater Flüssigkeit zur Injektion verpackt sein, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Es sollte unter 25°C an einem dunklen Ort aufbewahrt werden und innerhalb eines Jahres verbraucht werden. Fertige Zubereitungen sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Viele der B12-Präparate auf dem Markt enthalten Konservierungsmittel, die empfindlichen Patienten Probleme bereiten können. Methylcobalamin unter dem Namen "Algobaz" (aus Portugal) oder "Cobamet" (auch in Portugal produziert, das letztgenannte von der französischen Firma "Roussel"), tun das jedoch nicht. Da diese nicht als internationale Präparate verkauft werden, sind die leider nur direkt aus Portugal (oder auf Lizens in Schweden) zu beziehen

Das viel teurere japanische Präparat "E-sai's Mecobal" enthält nur 0,5mg B12. Dr. Bo Nilsson hält es für wahrscheinlich, dass auch eine derart geringe Dosis täglich eingenommen zu einer Deckung der Transportrate der Blut-Hirn-Schranke führt. Gute Resultate wurden mit Fibromyalgie-patienten erreicht.

Dr. Ahlrot-Westerlund ist dagegen der Meinung, dass Amalgampatienten täglich Methylcobalamin in Dosen von 10mg intramuskulär bekommen sollten, zusammen mit 8x5 mg Folsäure oral und 300 mg Vitamin B6 an sechs Tagen pro Woche bis sich eine positive Wirkung zeigt. Diese Behandlung wird fortgesetzt, bis sich der Zustand stabilisiert hat. Das kann ein halbes bis ein ganzes Jahr dauern. Dann sollten die Dosen ausschleichend verringert werden.

Multimangel

In vielen Fällen kann man davon ausgehen, dass viele einzelne, nicht leicht zu trennende Mangelzustände bestehen. Z.B. kann Folsäuremangel (Vitamin U) auch Anämie verursachen. Wenn der Mangel behoben wird, kann das einen bestehenden B12-Mangel überdecken. Deshalb ist wichtig, dass beide Vitamine genommen werden und auch in Kombination mit anderen B-Vitaminen. Einige Symptome von B12-Mangel treten auch bei Vitamin B1 Mangel** auf und beides kann gleichzeitig auftreten.

Um von Amalgamvergiftungen und anderen Störungen erfolgreich zu genesen, sei auf die Bedeutung von essentiellen Fettsäuren (Fischöl, etc.) und Radikal-Fängern hingewiesen.

*subcutan (unter die Haut) gegeben, ist die B12-Behandlung laut Dr. Ahlrot-Westerlund nicht so leistungsfähig.
**Test: Aneurin Pyrimidin in Blutserum (teuer)

Artikel von Monica KAUPPI aus "Schwermetall Bulletin", Jahrgang 2, Nummer 3, Dezember 95, übersetzung D. Kleine-Homann







Antworten:

C L U S T E R K O P F S C H M E R Z E N - F O R U M