| Es gibt derzeit beim Clusterkopfschmerz kein speziell zu dieser Erkrankung entwickeltes Medikament. Die wenigen einsetzbaren Präparate basieren mehr oder weniger auf Zufallsentdeckungen. Beim Clusterkopfschmerz besteht die Besonderheit, dass Medikamente sofern sie durch die Vorgeschichte des Patienten überhaupt einsetzbar sind, bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Patienten nach einer gewissen Zeit ihre Wirkung verlieren können. Von einer dauerhaften allgemein guten Beeinflussbarkeit des Clusterkopfschmerzes kann demnach nicht ausgegangen werden. Der behandelnde Arzt muß also zusammen mit seinem Clusterkopfschmerz-Patienten nach einer geeigneten Therapie suchen, wenn Medikamente ihre Wirkung verlieren. Das gestaltet sich mitunter sehr schwierig, da manche Präparate mit ein- und ausschleichender Dosierung verabreicht werden müssen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht auszuschließen sind. Eine neubegonnene Therapie erfordert oft Zeit bis eine Wirkung eintreten kann. Dem steht, durch die hohe Schmerzintensität des Clusterkopfschmerzes, die verständliche Ungeduld des Patienten oftmals gegenüber. Der episodische Clusterkopfschmerz ECH ist in vielen Fällen gut in der Akuttherapie mit Sauerstoff und Sumatriptan s.c. und in der Prophylaxe mit Verapamil zu behandeln. Auch bei dem weit selteneren chronischen Clusterkopfschmerz CCH ist mit vorgenannter Medikation eine Linderung des Schmerzes zu erreichen, allerdings ist bei dieser Form des Cluster-kopfschmerzes die Versagens-Quote möglicher Medikationen sehr hoch und stellt den behandelnden Arzt vor eine derzeit fast unlösbare Problematik. Eine dauerhafte völlige Schmerzfreiheit ist mit den heute üblichen Medikationen so gut wie nicht zu erreichen. Zeitweise tauchen in den Medien Berichte auf, die vorgaukeln gegen den Clusterkopfschmerz sei das Allheilmittel gefunden. Nicht nur, dass die Berichterstattung hierüber absolut unseriös ist, entspringt derartiges Handeln eher der Vorgabe von Marketingstrategen, die den Clusterkopfschmerz als vermeintliche Marktlücke entdeckt haben. Das Wecken von derzeit nicht erfüllbaren Hoffnungen gehört nicht zu den ethischen Grundsätzen, denen sich Mediziner verpflichtet fühlen sollten. Seriöse Ärzte geben sich dankenswerter Weise nicht für einen derartigen Eisenbart´schen Rummel her. Als unproblematische Medikamente in der Therapie des Clusterkopfschmerzes sind nur Sauerstoff und Verapamil zu nennen. Alle anderen Präparate sind sowohl in begrenzter Einsatzmöglichkeit als auch durch mögliche Neben- und Wechselwirkungen, nicht als risikolos zu bezeichnen. Übliche Kopfschmerz-Medikamente wie auch Opioide oder homöopathische Mittel sind in der Behandlung des Clusterkopfschmerzes wirkungslos und ungeeignet. Sie verhindern oftmals die Stellung der Diagnose, die richtige Medikation und verlängern die oft jahrelangen Leidenswege der Clusterkopfschmerz-Betroffenen unnötig. Auch die in letzter Zeit verstärkt in die Diskussion gekommenen Cannabis-Präparate zur Schmerzbekämpfung als auch die Verwendung der Original-Substanzen, haben sich nach Patienten-Berichten als unwirksam beim Clusterkopfschmerz gezeigt und wirkten sogar teilweise schmerzverstärkend. |